Kultur

Operette mit historischem Hintergrund

Mit «Paganini» des ungarisch-österreichischen Komponisten von Franz Lehár (1870 bis 1948) kommt in Bremgarten eine Operette auf die Bühne, die auch einen historischen Kern aufweisen kann.


Dorothee Operette 3Nicht nur, dass es den Teufelsgeiger Niccolò Paganini tatsächlich gegeben hat, auch die Figur der Fürstin von Lucca und Piombino, Maria Anna Elisa, hat es wirklich gegeben und sie war die älteste Schwester von Napoleon Bonaparte. Ausserdem war Paganini tatsächlich bei ihr am Hof als Impressario angestellt und eine Romanze zwischen den beiden lässt sich sicherlich gut vorstellen.

Doch der Rest der Operette Paganini ist tatsächlich Operettenstoff, wobei man sagen muss, dass man diese Operette im Schaffen des Komponisten als einen Wendepunkt ansehen könnte. Mit Paganini nehmen nämlich die Werke von Franz Lehár immer mehr Operncharakter an und auch das ansonsten übliche glückliche Ende ist ab Paganini nicht mehr gegeben.

Dass die Rolle der Maria Anna Elisa, welche in Bremgarten von Dorothee Velten gesungen und gespielt wird, derjenigen in einer Oper nahe kommt, kann die lebhafte Sängerin nur bestätigen. «Man braucht viel ‹Körper› für diese Rolle, denn man stellt eine patente und echte Frau dar, die überaus vielschichtig ist», brachte die Sängerin das Rollenprofil auf den Punkt. Sie hielt fest, dass man in der Musik von Lehár viel Oper höre und betonte dabei, dass dies sicher darin begründet läge, weil der ungarisch-österreichische Komponist mit dem italienischen Komponisten Giacomo Puccini (1858 bis 1924) befreundet gewesen sei und folglich dessen Musik gut gekannt haben müsse.

«In Paganini gibt es nicht einfach Stereotype, sondern das ist auskomponiertes Leben.»

Dorothee Velten

Die Erfüllung eines Kindheitstraumes
Dorothee Velten kam unter besonderen Umständen zu der Rolle der Fürstin. «Im Dezember erreichte mich eine Mail der Operettenbühne Bremgarten, in welchem sie mich zum Vorsingen für die Hauptrolle einluden, weil die ursprünglich vorgesehene Hauptdarstellerin ausfiel», erinnert sich Dorothee Velten. Sie hatte nicht viel Zeit, um die Rolle zu lernen und dazu spielte ihr auch noch eine Grippe übel mit, so dass sie nicht sicher war, ob das Vorsingen überhaupt gelingen würde. Positiv war allerdings, dass sie die Operette und den Stoff bereits von Kindesbeinen an kannte.

«Es war immer ein Traum, dass ich einmal die Arie ‹Liebe, Du Himmel auf Erden› auf einer Bühne singen darf», führte sie lachend aus und fährt weiter fort, dass ihr dieser Kindheitstraum nun in Bremgarten in Erfüllung gehen werde. Darauf angesprochen, was denn das Besondere an der Operette Paganini sei, gerät die quirlige Sängerin ins Schwärmen. Sie führt aus, dass jede der Figuren seine Kämpfe auszufechten habe und für keine der Figuren das Ganze schliesslich gut ausgehen würde, sondern die Figuren nach wie vor ihre Sehnsüchte und Träume hätten.

Jeder ist wichtig in der Inszenierung
Ins Schwärmen gerät die Sängerin, wenn sie von der intensiven Arbeit auf der Operettenbühne Bremgarten erzählt. Sie habe noch nie ein so gutes Ensemble gehabt, hielt sie glaubhaft fest. Hier würden alle respektvoll ja sogar liebevoll miteinander umgehen. Das gebe einen wunderbaren Zusammenhalt und schliesslich sei es bei einer solchen Inszenierung tatsächlich so, dass jeder wichtig sei und man sich immer auf das gesamte Ensemble müsse verlassen können. Natürlich würde es dann auch bei den Auftritten zu der einen oder anderen Panne kommen. «Dabei ist mir wirklich wichtig, dass ich meine Umgebung, durch einen Fehler meinerseits, nicht total aus dem Konzept werfe», hielt sie fest, führte aber gleichzeitig aus, dass sie sich in ihrer Partie sehr sicher fühle. «Das Schiff muss immer schön am schwimmen bleiben», fügte sie bildhaft an und man kann sich tatsächlich vorstellen, dass zu so einer Aufführung viel mehr gehört, als man als Zuschauer wahrnimmt.

Doch Dorothee Velten hat keine Bedenken, was das Ensemble in Bremgarten angeht. Sie ist davon überzeugt, dass alles ganz wunderbar klappen wird und der Grund dafür vor allem darin liege, weil man sich gegenseitig respektiert. Egal ob Chor-, Ballett- oder Solistenensemble. «Wir wurden von allen gut vorbereitet und alle machen ihre Arbeit ganz bestimmt ganz grossartig», hielt sie überzeugend fest.
So darf man sich bestimmt auf eine mitreissende und berauschende Inszenierung von Paganini auf der Operettenbühne in Bremgarten freuen.

Bettina Leemann
10. März 2019
Bilder: Bettina Leemann

Nähere Informationen und Tickets unter www.operette-bremgarten.ch

 

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freiamtplus.ch
Richard Wurz
Sternengasse 16
5620 Bremgarten

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