Hintergrund

Die Liebe für altes Gemäuer

Wer kennt sie nicht, die alten Häuser im Kern unserer Freiämter-Dörfer, die oftmals nicht mehr genutzt werden, aber viele Geschichten erzählen könnten?


Dubachhaus DachstockPraktisch in jedem Dorf gibt es einige sehr alte Häuser, die, wenn sie sprechen könnten, eine unheimlich Vielfalt an Geschichten zu erzählen wüssten. Viele von ihnen sind allerdings nicht mehr bewohnt und der Zahn der Zeit nagt erheblich an ihnen. Meist stehen diese Häuser unter Denkmal- oder Ortsbildschutz, so dass ihr Unterhalt und der Erhalt nicht immer ganz leicht zu bewerkstelligen ist. Doch gibt es auch die Menschen, die einem solchen alten Gemäuer total verfallen, sich in dieses verlieben und ihm dann mit viel Hingabe neues Leben und neue Werte einhauchen. Ein Beispiel für ein solches Haus ist das so genannte «Dubachhaus» in Hägglingen, das früher einmal eine Bäckerei beherbergte.

Neues Leben für ein altes Haus
In mühevoller und akribischer Arbeit wurde diesem Haus, mitten im Dorfkern von Hägglingen, neues Leben eingehaucht. Entstanden ist dabei ein wunderbares Ensemble, das sowohl Wohnen, als auch einen multifunktionalen Hausteil miteinander verbindet. Vieles musste neu gemacht werden, einiges konnte und musste belassen werden und vor allem wurde von Seiten der Besitzerfamilie René und Monika Landolt-Rey viel Herzblut in die Erhaltung des «Dubachhaus» gesteckt.
René Landolt, der selbst eine Baufirma besitzt, die sich auf die Renovation und den Umbau von historischen Gebäuden spezialisiert hat, wusste auf was er sich einliess, als er das «Dubachhaus» in Hägglingen erwarb. Und ein klein wenig hatte er sich auch in das Gebäude verliebt. Das gibt der Unternehmer und Bauherr offen zu. «Wenn man ein solches Gebäude renoviert und umbaut, dann kann man nicht nur über den Ertrag nachdenken, sondern man muss sich mit Herzblut dafür engagieren», hält er überzeugend fest. Dass René Landolt «verliebt» ist in das «Dubachhaus» merkt man ihm von der ersten Minute an. Er weiss über jedes Detail Bescheid und kann über jede Mauer, jeden Balken und jede Auflage des Denkmalamtes Auskunft geben.

Aufwand, der sich lohnt?
Auf die Frage, ob sich denn der Aufwand zur Erhaltung überhaupt lohnen würde, meint René Landolt lächelnd, dass man nicht immer alles von der Ertragsseite her rechnen könne. Allerdings hält er schon fest, dass er bevor er das «Dubachhaus» gekauft habe, zusammen mit der Bank eine mögliche Rendite berechnet habe. Ganz ohne einen möglichen Ertrag gehe es dann auch bei einem solchen Objekt nicht, meint er etwas lakonisch. Und alles wird auch nicht erhalten, nur damit es erhalten ist. Im ehemaligen Wohnhaus wurden moderne Wohnungen mit ganz eigenen Charme eingebaut. Hier konnte vieles erhalten werden, die Scheune allerdings, welche direkt an das Wohnhaus anschliesst, war in einem maroden Zustand. Trotzdem gab es von Seiten des Denkmalamtes die Vorgabe, dass der Charakter der Scheune rein äusserlich beibehalten werden musste. Im Inneren allerdings wurde alles neu gemacht. Wohlgemerkt teilweise und wo möglich mit alter Technik. So wurden Bruchsteinmauern errichtet.
Für das Innere und dessen Planung war Michael Hofstetter zuständig. Der junge Hochbauzeichner hatte der Scheune im Inneren ein ganz neues Innenleben gegeben und gleichzeitig die eine oder andere Knacknuss, wie das Treppenhaus zu lösen. Eine Arbeit die ihm sichtlich Spass gemacht hat und auch er steht längst in Flammen für das alte Gebäude in Hägglingen. Dies sogar so sehr, dass Michael Hofstetter sich weiterbildet, was den Erhalt und die Einhaltung von Richtlinien des Denkmalamtes anbelangt, damit er in Zukunft weiter an historischen Gebäuden arbeiten kann.

Mehrzweckraum in der Scheune
Die Scheune übrigens verfügt über einen hellen und grosszügigen Raum, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. Ein Tresen, gebaut aus «Bernerladen», die aus dem «Dubachhaus» stammen, ein alter Ofen, der wohl früher in einer «Schulstube» im Bünderland stand, sorgt für Atmosphäre. Nicht zu vergessen das alte Mobiliar, das aufgefrischt wird und der wunderbare Gewölbekeller im Untergeschoss. Aber auch an eine Küche und eine WC-Anlage, sowie ein modernes Holzpelletsheiszsystem, das auch die Wohnungen im Wohnhaus wärmt, wurde gedacht. Der Raum der ehemaligen Scheune soll öffentlich für allerlei Anlässe genutzt werden können. Davon ist René Landolt fest überzeugt und hält weiter fest, dass gerade auch die Nähe zur Kirche sich anbieten würde, um den Raum für Hochtzeitsapéros und anderes zu nutzen, er sich aber auch kulturelle Veranstaltungen oder Geburtstagsfeiern vorstellen könne. Die Palette ist praktisch beliebig erweiterbar.

Bettina Leemann

6. September 2017
Bilder: Bettina Leemann

Nähere Informationen zum «Dubachhaus» und Bilder findet man auf www.5607dubach.ch und www.hochbauatelier.ch

Dubachhaus aussen 2Dubachhaus DachwohnungDubachhaus Mehrzweckraum

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freiamtplus.ch
Richard Wurz
Sternengasse 16
5620 Bremgarten

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