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Der Fotograf Kilian Erni zeigt, was aus einem Stein werden kann.
Kultur

Der Fotoapparat wurde zum Pinsel

Eine Idee, eine Serie ̶ der Künstler Kilian Erni gibt im Singisen Forum Muri im Freiämter Kunstfenster «Ein Blick» in sein fotografisches Schaffen.
  • Datum: 01. Februar 2024

Mit seiner beruflichen Tätigkeit als Polygraf sei er immer noch eng verbunden und sie gehöre zu seinem Alltag, aber auch die Leidenschaft für Musik sei immer noch da, erklärte Kilian Erni im Gespräch. Auf seine musikalische «Vergangenheit» als Schlagzeuger angesprochen, meinte er: «Die Leidenschaft ist geblieben, aber es fehlt einfach der Zeitrahmen diese ausleben zu können.» Er habe eine gute musikalische Zeit erleben dürfen und vermisse sie schon ein bisschen. Anstelle der Musik neben seinem beruflichen Alltag habe aber vor zwanzig Jahren die Fotografie «Platz» genommen. Er habe begonnen seine Ideen, die im Kopf entstehen, bildlich umzusetzen und so sei für ihn die Objektfotografie entstanden. «Ich begann mich intensiv mit der Fotografie auseinanderzusetzen und das, was sich als Gedanke im Kopf abspielte oder ich entdeckte in fotografische Bilder umzusetzen.» So seien seit 2004 jedes Jahr eine Serie von dreissig Bilder entstanden, erklärte Kilian Erni. Nachgefragt warum gerade dreissig Bilder, meinte Kilian Erni mit einem Lächeln: «10 sind zu wenig, 20 habe ich nicht gern, also 30.» Fügte aber gleich an, dass er jeweils froh sei, wenn die Serie fertig sei und es für ihn stimme, damit er den Fotoapparat wieder für eine Zeitspanne weglegen könne.

«Ich will Ideen umsetzen,  nicht einfach ‹fötele›.»

Kilian Erni

Die Augen öffnen und den Zufall zulassen
Sein Weg sei das Gesehene und Erlebte mit offenen Augen und Geist zu erfahren und einzufangen und im Atelier Bilder entstehen zu lassen, hielt Kilian Erni fest. Es werde so letztlich zu einem Spiel mit der Kamera und den Objekten und das digitale Arbeiten ermögliche ihm mit den Bildern zu arbeiten und sie lebendig werden lassen. Ein wichtiger Punkt sei für ihn aber auch, dass er kein Auftragsfotograf sei und so im Prozess einfach alles so fliessen lassen könne, wie er es empfindet und erlebt. «Ich will mit meiner Arbeit nicht Erwartungen anderer erfüllen, sondern sie muss mit mir übereinstimmen, mich sein.» Er fotografiere aber nur schwarz/weiss und alle Bilder im Querformat, hielt Kilian Erni fest. Das habe er bewusst so gewählt, denn er wolle kein Durcheinander, sondern eine klare Linie einhalten.

Licht und Schatten
Jeder Serie gebe er ein Thema und lasse so aus etwas Kleinem etwas Grosses Aussagekräftiges werden lassen. Es sei faszinierend, wenn im Ineinanderfügen der Einzelteile verbunden mit Licht- und Schatteneinflüssen bewegende, lebendige Bilder entstehen können. So bekommt zum Beispiel das kleine Schneckenhäuschen in ein Landschaftshintergrund hineingestellt eine neue Dimension oder aus dem kleinen Stein wird eine eindrückliche Gebirgslandschaft. Beim Putzen der schwarzen Herdplatte wird mit dem Schwamm eine Malerei und es entsteht ein Bild voller Bewegung von ineinanderfliessenden Fäden und eine festgehaltenen Blume wird zu einer filigranen Bleistiftzeichnung.

Mit seinen Fotografien erzählt Kilian Erni auf eine eindrückliche und sehr lebendige Art Geschichten, überlässt es aber den Betrachter:innen daraus eigene Geschichten entstehen zu lassen.

Richard Wurz
1. Februar 2024
Bild: Richard Wurz

Die Ausstellung mit Werken von Kilian Erni im Kunstfenster Freiamt «Ein Blick» im Singisen Forum des Klosters Muri dauert vom 7. Februar bis 3. März und ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Vernissage mit Kunst Lunch findet am Mittwoch, 7. Februar um 12.15 Uhr statt. Weitere Informationen unter www.murikultur.ch

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