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Die Schauspielerin Hannah Moreth und Beatriz Raimundo, Nathan Vandenbulcke und Flora Ageron (v.l.)..
Kultur

Ein Konzert mit Tiefgang

Das «FINALE» des Jubiläumsjahrs «70 Jahre Künstlerhaus Boswil» war mit dem Quartett «Espuma Antigua» und Hannah Moreth ein musikalischer Höhepunkt.
  • Datum: 17. Dezember 2023

Auf ihrem Weg den Reichtum und die Kühnheit der Barockzeit zu erforschen, gründete die Sängerin Flora Ageron vor fünf Jahren das Ensemble «Espuma Antigua» und liess ein Labor für Experimente entstehen und löste das klassische Vokabular auf. Das Ensemble tauchte in die Partituren der Barockzeit ein und schuf eine musikalische Verbindung in die heutige Zeit. Dabei liess das Ensemble Raum für den Gedanken, was passieren würde, wenn Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) eine elektrische Gitarre zur Verfügung gehabt hätte. Mit ihrem beeindruckenden Konzert auf hohem Niveau am vergangenen Samstag in der Alten Kirche Boswil schuf das Ensemble «Espuma Antigua» mit Flora Ageron (Gesang), Beatriz Raimundo (Cello), Erwan Valazza (Gitarre) und Nathan Vandenbulcke (Schlagzeug) eine musikalische Plattform, die einem spür- und hörbar näherbrachte, was passiere würde, wenn …

«… In Deiner Einsamkeit gehst du hin, Alfonsina. Welch neue Verse gingst du suchen? Eine alte Stimme von Wind und Salz umschmeichelt deine Seele und nimmt sie mit sich. Du gehst hin, wie in Träumen, Alfonsina, schlafend und vom Meer umhüllt.» (aus Lied: Alfonsina y el mar, Text: Félix Luna (1925 bis 2009), Musik : Ariel Ramirez (1921 bis 2010)

Zwischen Alter Musik und moderner Ästhetik

Die Musik und die Texte der Lieder sind geprägt von einer Melancholie, Trauer, Lust, Freude und Abschied und wurden von den vier Musiker:innen sehr individuell interpretiert. Sie liessen aber Klang und Gesang so ineinanderfliessen, dass eine tiefsinnige Welt entstand. Das Ensemble integrierte einem so intensiv in seine Welt, dass man zwischendurch sich entfernen, um Atem zu holen, gleichzeitig aber der Musik, dem Gesang und dem Wort immer möglichst nahe sein wollte. Die Nähe zum Wort verstärkte Schauspielerin Hannah Mareth, trug sie doch nachhaltig wirkende Texte vor und brachte einem die Liedtexte und die Musik noch näher.

Dieses eindrückliche musikalische Erlebnis wurde initiiert von Anne-Cécile Gross (Projektleitung, künstlerische Leitung/Dirigat Jugendorchester Freiamt, Boswiler Orchesterakademie für Amateure). Es war Balsam für die Seele die vier ausgezeichneten Musiker:innen und die Schauspielerin live erleben zu können.

…Ach, noch eine Bitte: Falls er noch einmal nach mir ruft, sag ihm, es habe nun keinen Zweck mehr, ich sei gegangen.» (aus dem Gedicht «Ich gehe schlafen» von Alfonsina Storni (1892 bis 1938)

Richard Wurz
17. Dezember 2023
Bilder: Richard Wurz

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