Skip to main content

Im Konzert «e-motions» mit dem Jugendorchester Freiamt (JOF) unter der Leitung von Anne-Cécile Gross sind die Besucher*innen nicht nur Zuhörende, sondern werden in das Konzert miteinbezogen.


home e motions probe musikerDie Grundlage der Kunst sei es etwas zu bewegen, erklärt Anne-Cécile im Gespräch. «Das Bestehende nehmen, Neues einfühlen, einbringen und entstehen lassen.» Einmal mehr konfrontiert sie die jungen Musiker*innen zwischen 10 und 18 Jahre alt mit einer anspruchsvollen musikalischen Herausforderung. Heute im 21. Jahrhundert müsse man mit dem Computer arbeiten, ist Anne-Cécile Gross überzeugt. Das gehöre zur Musik und ermögliche phänomenale Elemente miteinzubeziehen. So sei es wichtig, dass die Jugendlichen den Computer nicht nur im Alltag zu nutzen wissen, sondern als Werkzeug für die Kreativität und spannendes Medium für die Gestaltung entdecken und den Einbezug in die Musik nachvollziehen können. So werde in diesem Konzert der musikalische Bogen weit gespannt – von der alten Musik über alle Epochen bis hin zur zeitgenössischen Musik.

Es entsteht ein anderes Klangbild
Für sie sei das Repertoire eines Orchesters des 21. Jahrhunderts ein Kulturgemisch, betont Anne-Cécile Gross. So wolle sie mit den jungen Musiker*innen auf der Grundlage des Rondeau der Abdelazer-Suite von Henry Purcell (1659 bis 1695) das Publikum mitnehmen auf eine musikalische Reise im 21. Jahrhundert auf der die Werke von Henry Purcell (1659–1695), Gyula Beliczay (1835 bis 1893), Arthur Foote (1853 bis 1937), Jorge Alberto López Pérez (*1995), Michael Nyman (*1944), Vassili Sergejewitsch Kalinnikow (1866 bis 1901), Claude Debussy, (1862 bis 1918), Jean Sibelius, (1865 bis1957) und Hristo Stoyanov (*1996) ihren Platz finden und die jungen Musiker*innen den Computer als Partner entdecken und einbringen. Natürlich bestehe die Erarbeitung der Werke zu Beginn auch aus Improvisation, vor allem mit den neuen Mitteln, aber daraus entstehe das gemeinsame Klangbild, so Anne-Cécile Gross. Und fügt mit Bestimmtheit an: «Auch die Musiker*innen der Klassik können improvisieren. Es stehen nicht einfach verkrampfte Leute hinter den Notenständern.»

Das Klangbild entstehe in einer Interaktion zwischen Orchester und Computer, hält der 27-jährige Komponist und Bassist Jorge Alberto López Pérez im Gespräch fest. Der Computer sei eine Inspiration, ein Öffnungsmittel für ein Ganzes. «Ich reflektiere das Orchester und den Computer und bringe in meinen Kompositionen beides zusammen. Der Computer hat die Funktion uns zu begleiten, aber für ein Ganzes müssen die Musiker*innen ihre Rolle kennen und erfahren.» Er fügte aber mit einem Lächeln an, dass er für das Komponieren keinen Computer brauche – «ich bin vor allem Musiker». Er bildet mit Hristo Stoyanov ein Team mit dem starken Interesse für Computer- und improvisierte Musik und sind in diesen Nischen aktiv. Einen interessanten Einblick in ihr Schaffen geben sie gemeinsam mit dem JOF am Konzert.

Es klingt schon sehr gut
Bei einem Probenbesuch konnte man feststellen, dass die jungen Musiker*innen voll motiviert dabei sind und der Einbezug des Computers eine Bereicherung ist. Anne-Cécile Gross versteht es aber auch einmal mehr die jungen Musiker*innen mit auf diese Entdeckungsreise der Werke und der Integration des Computers. «Sie sind diszipliniert bei allen Emotionen mit dabei. Es ist fantastisch wieviel sie in den wenigen Proben musikalisch schon herausgeholt haben», hält Anne-Cécile Gross fest. So darf man gespannt sein, wie das JOF einem die Klangwelt des 21. Jahrhunderts näher bringen wird.

Richard Wurz
16.Mai 2022
Bilder: Benedicct Endler

Das Konzert «e-motions» findet am Freitag, 10. Juni, und Samstag, 11. Juni, jeweils um 19.30 Uhr und am Sonntag, 12. Juni um 17 Uhr in der Alten Kirche Boswil statt. Weitere Informationen unter www.kuenstlerhausboswil.ch

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.