Kultur

Die Angst mutig besiegen

Unter dem Titel «Zirkuspony und Zauberflöte» stand in der Alten Kirche Boswil einmal mehr ein unterhaltsames Kinderkonzert auf dem Programm.


Kinderkonzert Zirkuspony 2Gerne hätten sich die Kinder wohl am Kinderkonzert in der Alten Kirche Boswil gewünscht, dass die Schneekönigin, der sie an jenem Sonntagmorgen begegneten, echt gewesen wäre und sie tatsächlich noch etwas Schnee ins Land gebracht hätte und nicht einfach tristen Regen. Doch mit der Schneekönigin ist das so eine Sache. Meist führt sie nicht nur Gutes im Schilde. Auch diese Erkenntnis hatten die Kinder wohl an diesem Morgen, denn jene Königin, der sie in Boswil begegneten wollte partout die ganze Welt in eine riesige Schneekugel verwandeln und alles zu Eis erstarren lassen. Das dies natürlich nicht einfach toleriert wird, sondern sich ihr mutige Wettstreiter entgegenstellen werden, lag auf der Hand.

Die Zirkusprinzessin Mini und Johnny ihr schwarzes Zirkuspony machten sich mutig auf den Weg, den Zirkus Picobello wieder aus der Eisstarre zu wecken. Dabei wurden die Kinder mitgenommen auf eine musikalische Reise durch die Welt der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) und dem Schweizer Komponisten Paul Burkhard (1911 bis 1977), der mit dem Lied «Oh mein Papa» ebenfalls einen unvergessenen Welthit komponierte.

Märchenhafte Zaubergeschichte
Es entwickelte sich an diesem Morgen wahrhaft eine märchenhafte Zaubergeschichte, die mit vielen Überraschungen gespickt war. So spielte unter anderem ein Baum, Tiziana Rosa, auf dem Klavier. Die Zirkusprinzessin Mini wurde gespielt von Ulla Schlegelberger und der Papageno und das Zirkuspony Johnny wurden von Christian Baumbach gespielt. Die Schneekönigin, die auch die bravouröse Arie der Königin der Nacht in anderen Worte sang, wurde von Ai Watanabe gegeben. Die Geschichte an sich entwickelt sich von der ersten Minute an sehr temporeich. Die Zirkusprinzessin flüchtet gemeinsam mit ihrem Pony in den Wald vor der Schneekönigin, die gerade den gesamten Zirkus in Eis verwandelt hat.

Im Wald finden die beiden eine Zauberflöte, welche das Pony zurück in Papageno verwandelt und gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach der Schneekönigin. Dabei verlieben sich die beiden ineinander, doch schliesslich wird Papageno von der Schneekönigin entführt und Mini muss ihre grosse Angst überwinden und mit Hilfe der Zauberflöte ihren Papageno, aber auch ihren Zirkus befreien. Die besiegte Schneekönigin muss zukünftig mit einem Ponykopf durch die Gegend laufen.

Abwechslungsreiche Umsetzung
Die Kinder sind von der ersten Minute an stark gefordert. Nicht nur, dass die Dialoge rasch und in hochdeutscher Sprache hin und her gehen. Zum Teil ist auch die Sprache sehr anspruchsvoll und für Kinder im Alter ab sechs Jahren nicht immer leicht zu verstehen. Doch die Geschichte wird von den DarstellerInnen so gekonnt umgesetzt, dass man den Text auch nicht immer verstehen muss. Gleiches gilt übrigens auch für die Lieder. Hier sind die teilweise veränderten Liedtexte kaum zu verstehen. Doch auch hier lässt sich entgegnen, den Erwachsenen geht es beim Opernbesuch meist nicht anders. Grossartig zusammengefügte Musik, witzige Dialoge, die auch die Erwachsenen mitnehmen, machten dieses Stück zu einem überaus abwechslungsreichen Erlebnis, dem die Kinder nur zu gerne folgten. Einmal mehr wurde man an diesem Morgen ZeugIn, dass Konzerte für Kinder und die Vermittlung von klassischer Musik auf überaus vielseitige Art und Weise angegangen werden kann und eine überaus breite Palette an Angeboten versteht. Dieser Morgen kam auf jeden Fall ganz ohne didaktische Elemente aus und war überaus unterhaltsam auch für das erwachsene Publikum.

Bettina Leemann
13. Januar 2019
Bilder: Bettina Leemann

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