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Ein Rezeptbuch gibt es nicht

Das Selbstwertgefühl ‒ am Elterncafé des Schul- und Stufenforums Muri wurde das Thema beleuchtet.


home tab selbstwert gruppeDas Selbstwertgefühl sei ein wichtiger Baustein für Lebensqualität und Lebensfreude, so Mirjam Herzog, Familylab-Seminarleiterin und Coach am gut besuchten Elterncafé. Dies seine die Voraussetzungen für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls, die wesentliche Unterscheidung zum Selbstvertrauen sowie die Wichtigkeit von Lob und Anerkennung in der Erziehung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen. Von Beginn an stellte sie klar, Rezepte werde der Abend keine liefern. In den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stelle sie grundsätzlich die Beziehung zum Kind sowie diejenige der Eltern zu sich selbst und die Frage, wie gut wir mit uns selber respektive mit dem Gegenüber umgehen können. Dabei gehe es ihr ganz konkret um Werte und Haltungen. Für Mirjam Herzog ist das Thema «Selbstwertgefühl» sehr umfassend und wichtig, da es uns alle betreffe. Man könne sogar sagen, unser Selbstwertgefühl sei so etwas wie ein existentielles Immunsystem. Je besser es nämlich entwickelt sei, desto weniger angreifbar seien wir und desto grösser seien unsere Lebensqualität und Lebensfreude.

Selbstwertgefühl versus Selbstvertrauen
Wenn man von Selbstvertrauen spreche, gehe es letztlich immer um Qualität der Leistung, erläuterte Mirjam Herzog. Man könne es entwickeln und stärken. Die Fragestellungen «Was kann ich? Was leiste ich? Worin bin ich gut?» stünden dabei im Vordergrund. Je besser man auf einem Gebiet sei, desto stärker sei das Selbstvertrauen. Das Selbstwertgefühl hingegen habe damit zu tun, wer man sei, was und wie viel man über sich selbst wisse und wie man dazu stehe. Ein gesund ausgeprägtes und gutes Selbstwertgefühl spüre man, wenn man das Gefühl habe, in sich selber zu ruhen. Dies sei wiederum eine wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden des Einzelnen, seine Fähigkeit eine harmonische Beziehung einzugehen. Darüber hinaus sei es das beste Fundament für das Lernen und helfe, Schwierigkeiten im Alltag zu meistern.

Selbstwertgefühl stärken
Grundsätzlich entwickle sich das Selbstwertgefühl eines Kindes ganz natürlich aus sich selbst heraus und höre nie auf zu wachsen, stellte Mirjam Herzog fest. Aufgabe und wichtiger Beitrag der Eltern sei es, zu seiner Entwicklung positiv beizutragen und Raum zu schaffen, damit das Kind sein könne, wer es ist. Ein Kind solle erleben dürfen, dass seine Integrität respektiert, anerkannt und gesehen werde, also Wertschätzung erfahre, es ernst nehme, ihm Verantwortung vorlebe und Vertrauen entgegenbringe. Zusammenfassend könne man das Fundament für das Selbstwertgefühl als die Erfahrung beschreiben, wertvoll zu sein.

Nicht zum Elternautomaten werden
Ein spannender Austausch zwischen den Teilnehmenden und der Referentin entwickelte sich in den anschliessenden Diskussionsrunden. Viele Eltern sehen sich mit ähnlichen Herausforderungen im Erziehungsalltag konfrontiert und eigentlich hätten alle gerne ein Rezeptbuch mit Verhaltensempfehlungen. Nur das gab es leider nicht. Zu verschieden seien die Situationen und jedes Kind ganz individuell. Fehler zu machen sei aber absolut in Ordnung und gehöre zum Elternalltag. Wichtig sei, sich immer wieder selbst zu hinterfragen, nicht in Stereotype zu verfallen, sondern gemeinsam mit den Kindern Lösungen zu finden. Die Teilnehmenden konnten zwar keine Rezepte für den Alltag mitnehmen, gingen jedoch gestärkt mit neuen Ideen und Impulsen nach Hause.

Susanne King
9. November 2017
Bilder: Claudia Greinacher

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