Und das noch

Eigenverantwortung

Das mit der Selbstbestimmung haben wir glücklicherweise hinter uns, so dass wieder zur Wahrnehmung der Verantwortung für sich gerufen werden kann.


quer eigenverantwortungDie Ausgangssituation ist viel zu tiefschürfend für den Einzelnen, als dass noch Wortspielereien ihren Platz haben sollen. Trotzdem sei es erlaubt, die Frage zu stellen: Ist die Rede von einer selbständigen Eigenverantwortung oder einer eigenverantwortlichen Selbständigkeit. Die PolitikerInnen machen sich die Sache einfach, denn sie glauben einmal gewählt zu sein, können sie die Eigenverantwortung ganz selbständig auf die einzelnen BürgerInnen verlagern. Im Wissen, mit diesem «Schlagwort» fast nur gewinnen zu können. Sodass sie nicht in erster Linie für das «Eigen-» Verantwortung zu tragen haben, sondern für die ganze Bevölkerung ‒ mit eingeschlossen der untere Mittelstand. Nun nutzen sie aber einmal mehr in Bern die Situation und wollen die Krankenkassenkosten zu Lasten des Einzelnen reduzieren. Dabei fordern sie mehr Eigenverantwortung, das heisst, jeder soll bitte mehr von den Gesundheitskosten selber übernehmen. Man stellt sich folglich nicht einmal die Frage, ob denn wirklich alle Beteiligten sich ihrer (Eigen-)Verantwortung bewusst sind. Die Krankenkasse mit ihren Verwaltungskosten, die Spitäler mit ihrem Hotelservice und den Arzthonoraren, die Pharmaindustrie und somit die Medikamentenpreise, eine effiziente Gesundheitsversorgung vor Ort und noch einiges mehr werden nicht hinterfragt oder gar wirksame Schritte in die Wege geleitet, um die Kosten zu senken. Nein, man proklamiert ununterbrochen wie wichtig die Gesundheit jedes Einzelnen ist und im Gesundheitsbereich für alle bei Bedarf die notwendige Hilfestellung vorhanden sein muss.
Nun verstehen es die ParlamentarierInnen einmal mehr, anstatt wirksame Lösungen zu suchen, anzugehen und umzusetzen, die Kostenprobleme auf den Einzelnen abzuwälzen. Die Kantone haben ja bereits die Prämienverbilligungen nach eigenem Gutdünken angepasst zu Lasten des Einzelnen, der untere Mittelstand leidet unter dem finanziellen Druck und letztlich bleibt nur noch der Schritt zum Sozialamt um Sozialhilfe zu beantragen. Diese Kosten werden somit wieder vom Staat respektive der Bevölkerung getragen, dafür haben sich die PolitikerInnen reingewaschen. Da bleibt bald nur noch die Frage, ob jetzt das Gesundheitswesen respektive seine Kosten krank sind oder das politische System, das keine Lösungen zu finden bereit ist. Wohl beides nicht, denn wir müssen nur mehr Eigenverantwortung übernehmen ‒ und alles wird gut.

Richard Wurz
29. November 2018
Bild: zVg

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