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Autorin Shida Bayar.
Kultur
Für ihren Roman «Die Lücken» erhielt die Autorin Shida Bazyar den Deutschen Buchpreis 2026 verliehen.
Datum: 05. Oktober 2026

Es ist der kleine fiktive Ort Heimesbach im Hunsrück in dem sich über einen Zeitraum von hundert Jahren immer wieder die Frage stellt, ob eine Heimat gebaut wird und endlich eine solche gefunden werden kann, denn in den neunzig Jahren deutscher Geschichte haben sich Biografien in die Mauern eingenistet. Die kleine Gemeinde Heimesbach wird zum Zufluchtsort für diejenigen, die Geborgenheit suchen, verschweigt aber gleichzeitig aktiv ihre Vergangenheit. Das Dorf ist geprägt von jüdischen Familien, die alles verloren haben, NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer erfanden und Familien, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchteten. In ihrer Geschichte über neun Jahrzehnte lässt Shida Bazyar lebendig und gleichzeitig nachdenklich stimmend die Last der Gemeinde, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, eine Heimat zu finden zu einem Mosaik werden. In ihrer Geschichte schaut sie hinter die Scheinidylle des provenzalischen Alltags und kommt den Lebenden, den Toten und denen über die geschwiegen wurde, ganz nahe. Shida Bazyar präzis die Provinz, ob sie denn je eine Heimat war oder ist – und wenn, auf welchem Fundament.

Richard Wurz
5. Oktober 2026
Bild: zVg

«Die Lücken» ist im Verlag Kiepenheuer&Witsch erschienen; ISBN 978-3-462-00501-1